ÖFFNE MEINE AUGEN Te doy mis ojos von Iciar Bollain, Spanien 2003, 109 Min. mit Laja Marull, Luis Tosar, Candela Peña, Rosa María Sardà, Kiti Manver, Sergi Calleja Drama / Start: 04.08.2005 / Note: 1- |
Pilar entzieht sich den Gewaltausbrüchen ihres Mannes. Zehn Jahre lebt sie mit Antonio (Luis Tosar) zusammen, jetzt hält sie seine Wut, seine Schläge nicht mehr aus. Sie ist so aufgeregt, daß sie in Pantoffeln aus dem Haus läuft. Ihre Schwester bekräftigt Pilar in ihrem Entschluß, rät ihr zur endgültigen Trennung von Antonio und verschafft ihr schließlich sogar einen Job im Souvenirladen der Kathedrale, in der sie selbst als Restauratorin arbeitet. Unterdessen stellt Antonio seiner Ehefrau nach, versucht sie zur Rückkehr zu bewegen, geht in eine Selbsthilfegruppe für gewalttätige Ehemänner. Und Pilar wird immer unsicherer, sie liebt ihren Mann noch immer, bezweifelt aber, daß er sich ändern kann. Während Pilar läßt sich zur Museumsführerin ausbilden läßt immer selbstbewußter wird, bekommt Antonio zunehmend Angst vor dem endgültigen Verlust seiner Frau. Die Sympathie der spanischen Regisseurin Iciar Bollain gehört natürlich ihrer Protagonistin, doch sie kann es sich leisten, für Antonio Verständnis zu zeigen. Das Erstaunliche an »Öffne meine Augen« ist die Darstellung des gewaltbereiten Ehemannes. Er ist einerseits bemitleidenswert in seiner Hilflosigkeit und abscheulich in seiner Aggressivität. Mit einem großartigen Schauspielerensemble bleibt Iciar Bollain immer nahe an den Personen und ihrer Geschichte. Wie Pilar in ihrer Hin- und Hergerissenheit gezeigt wird, das hat man so feinfühlig und präzis lange nicht gesehen.
»Öffne meine Augen« ist ein eindrucksvolles Psychodrama, das bei der Verleihung der spanischen Filmpreise mit sieben Goyas belohnt wurde. Claus Wecker |