ANGEL-A von Luc Besson, F 2005, 90 Min. mit Jamel Debbouze, Rie Rasmussen, Gilbert Melki, Serge Riaboukine Romantische Komödie / Start: 25.5.2006 / Note 2- |
André ist ein Verlierer. Mit vielen Tricks hat er sich in Paris durchgeschlagen uns eine Menge Schulden angehäuft, die er nicht mehr zurückzahlen kann. Andrés Gläubiger sind keine Banken, sondern Gangster, deren Geduld erschöpft ist. Sie drohen, ihn vom Eiffelturm zu werfen. Doch bevor er sich umbringen läßt, will er lieber selbst seinem Leben ein Ende setzen. |
Kurz vorher entdeckt er neben sich auf der Seine-Brücke eine Selbstmordkandidatin, die vor ihm in die Tiefe springt. Ehe er sich versieht, ist er hinterhergesprungen und rettet ihr das Leben. Fortan bilden die beiden ein Paar. Schon rein äußerlich ein kurioses: der kleinwüchsige Marokkaner, gespielt vom Stand-up Comedian Jamel Debbouze, und die langbeinige Blondine Angela (Rie Rasmussen), die nie um flapsige Antworten verlegen ist. Aber ein Lebensretter muß sich schließlich um die Person kümmern, die er im Diesseits gehalten hat. Doch bald wird unklar, wer sich eigentlich um wen kümmert. Angela übernimmt nämlich das Kommando und beginnt, Andrés Probleme höchst unkonventionell zu lösen. Dabei stellt sich heraus, daß Andrés fehlendes Selbstwertgefühl sein größtes Problem ist. Der Himmel muß Angela geschickt haben, und tatsächlich gibt sich Andrés Begleiterin als ein Engel zu erkennen – mit dem Auftrag, ihren Schutzbefohlenen zu einem Menschen zu machen, der sich selbst akzeptiert. Ein blondes Luder als ungeduldiger Engel und ein kleiner Ganove, der Hilfe aus dem Jenseits erhält, das sind die Charaktere, mit denen Luc Besson »It's A Wonderful Life« von Frank Capra auf eine erfrischend neue Art durchdekliniert. Mit Jamel Debouze, der in Frankreich ein Star ist, und die in Kopenhagen geborenen Rie Rasmussen, die als Model einer Gucci-Kampagne bekannt wurde und selbst zwei Kurzfilme gedreht hat, ist diese bittersüße Geschichte ideal besetzt. Grandios sind die schwarzweißen CinemaScope-Bilder von Thierry Arbogast, der schon mehrmals mit Besson zusammengearbeitet hat. »Angel-A« ist herzerfrischend frech und originell und im nächsten Moment sentimental bis zum Kitsch. Seine ironische Haltung macht den Film trotz einiger Längen unterhaltsam. Thomas von Wolffersdorff |