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Außerirdisch gut |
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K-PAX -
ALLES IST MÖGLICH |
Würden
wir diesem Mann auf der Straße begegnen, würden wir vermutlich einen
Bogen um ihn machen. Einer, der allen Ernstes behauptet, er komme von
einem entfernten Planeten und sei nur zu Besuch auf der Erde, ist ganz
offensichtlich ein Irrer. Nicht lange zu ertragen, ein Fall für die
Klapsmühle.
Im Kino sieht dies jedoch ganz anders aus. Ins Kino gehen wir ja, um uns die aberwitzigsten Geschichten erzählen zu lassen. Hauptsache, sie werden gut erzählt. Auf der Leinwand kommt uns so eine verrückte Person gerade recht: ein außerirdischer Till Eulenspiegel, der so nebenbei der Welt ihre Narrheiten vorhält. Im Kino hoffen wir bis zum Schluß, der Mann möge tatsächlich von jenem Planeten stammen, der dem Film den Titel gibt. Für Kevin Spacey bietet die Rolle des Prot – wie sich der vermeintliche Erden-Besucher in »K-Pax« nennt – eine gute Möglichkeit, sein Repertoire der bedächtigen Typen aus »American Beauty« und »Schiffsmeldungen« zu erweitern. Denn Prot besitzt bei aller Unschuld auch eine gehörige Portion Pfiffigkeit. Einerseits verspeist er, weil er mit den Gebräuchen auf der Erde nicht so recht vertraut ist, eine Banane mitsamt der Schale, was sehr witzig ausschaut, andererseits läßt er durch seine naiv-direkte Art die normalen Erdenbewohner in ihrer Routine ziemlich merkwürdig aussehen. Prots herausragende Eigenschaft ist allerdings die Vertrauenswürdigkeit, die er ausstrahlt. Wenn er in der Psychiatrie landet, öffnen sich ihm selbst die hartnäckigsten Patienten. Er ist sozusagen der geborene Therapeut, und mit einer Ruhe, die durch nichts zu erschüttern ist, beginnt er auch sofort Dr. Powell (Jeff Bridges) zu therapieren, der das zunächst gar nicht bemerkt. Die reale Ausgangslage ist gerade umgekehrt: der Doktor, selbst Psychiater und Chef der geschlossenen Anstalt, soll Prot therapieren. Eine schwierige Aufgabe, die letztlich von Powell verlangt, sich vom geschäftsmäßigen Seelen-Klempner zum mitfühlenden Menschen zu entwickeln. Bei Powell erwacht ein detektivisches Interesse. Der Psychiater begibt sich auf die Suche nach der wahren Identität seines Patienten, indem er ihn von namhaften Astronomen befragen läßt oder hinter seinem Rücken irdische Nachforschungen anstellt. Der Film balanciert mit beiden Erklärungsmustern, ist mal Science-fiction-Fabel, mal psychologisches Porträt. Daß Regisseur Iain Softley sich nicht für eine Variante entscheiden will, ist keine Schwäche, sondern ein Glücksfall für uns Zuschauer. Claus Wecker |