Esther Ferrer

202216oct(oct 16)10:0022jan(jan 22)18:00Esther FerrerIch werde von meinem Leben erzählen:Ausstellung

Event Details

Esther Ferrer ist eine Performancekünstlerin der ersten Stunde und in Deutschland bislang kaum vorgestellt. Die vielseitige Künstlerin wurde 1937 in San Sebastián, Spanien, geboren und lebt seit 1973 dauerhaft in Paris. Der Ausstellungstitel Ich werde von meinem Leben erzählen geht auf eine gleichnamige Performance von Esther Ferrer zurück. Teil der Opelvillenschau sind vor allem Fotoserien, Modelle und Videos, die das Verstreichen von Zeit zum Thema haben und gleichzeitig ihr langjähriges, vielfältiges Werk dokumentieren.

Ihre künstlerische Praxis begann in Spanien in der späten Franco-Zeit. Obwohl Esther Ferrer die Performance als Kunstform und die Arbeit von John Cage (1912–1992) und von Fluxus kannte, führte sie ihre erste Performance erst 1966 in San Sebastián in der Asociación Artística de Gipuzkoa auf. 1967 suchte die Gruppe ZAJ, gegründet von Ramón Barce (1928–2008), Walter Marchetti (1931–2015) und Juan Hildalgo (1927–2018) eine Künstlerin für ein Projekt im Museo de San Telmo in San Sebastián. Ferrer willigte ein und so entstand die Zusammenarbeit mit der Gruppe ZAJ, die über 30 Jahre währen sollte. Von diesem Moment an entwarf die Künstlerin ihre eigenen Performances mit und ohne die Gruppe, denn sie wollte ihre Unabhängigkeit nie aufgeben.

Ferrer, Hidalgo und Marchetti brachten mit ihren avantgardistischen Arbeiten die radikalsten internationalen Kunstströmungen in das Spanien Francos. Aufgrund des großen Interesses an den Performances außerhalb Spaniens begab sich die Gruppe 1968 auf Tournee durch Europa und Deutschland. Esther Ferrer lernte John Cage schließlich 1972 in Pamplona während des internationalen Kunstfestivals Los Encuentros de Pamplona persönlich kennen. Begeistert von den ZAJ-Performances organisierte Cage eine USA-Tournee von Januar bis Februar 1973.

Ferner bildet der Feminismus eine wesentliche Richtlinie in ihrem Werk und ist Ausgangspunkt vieler Arbeiten. In den 1970er-Jahren fing Esther Ferrer wie andere Künstlerinnen an, weibliche Identität als kulturelles Konstrukt in einem patriarchalen System zu hinterfragen. Ferrer begreift Identität als etwas Unvollständiges, der ein Prozess der ständigen Veränderung eingeschrieben ist. Für die Künstlerin ist Identität konstruiert, transformiert, in Zeit und Raum zu begreifen: Identität könne expandiert werden, könne entdeckt werden und verändere sich mit den Aktionen von anderen.

Foto © Esther Ferrer & VG Bild-Kunst, Bonn 2022

16. Oktober 2022 bis 22. Januar 2023

Öffnungszeiten:

Di.–Fr., 10–18 Uhr
Sa., 14–18 Uhr
So., 10–18 Uhr

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Uhrzeit

Oktober 16 (Sonntag) 10:00 - Januar 22 (Sonntag) 18:00

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