»Blade Runner« an der Dramatischen Bühne

»Blade Runner«, was heißt das denn? Und wer ist das? Ein Roboter? Oder ein »auf Messers Schneide (Blade)« reitender Mensch? Einer, der andere künstliche Menschen, also Künstliche Intelligenzen, KIs (?) aufspüren und vernichten (?) soll, die sogenannten »Replikanten«, Kopien, die neuerdings die Erde mit bevölkern und deren Mechanismus – also ihre Daseinsberechtigung – irgendwie »abgelaufen« ist? Und der dabei natürlich den seltsamsten, und zugleich dekorativsten Wesen begegnet – jedenfalls abends in der Exzess(!)halle auf der (Dramatischen) Bühne in Bockenheim. Der dann aber irgendwie feststellen muss, dass er selbst auch so einer ist, ein ROBOTER? Eine »Künstliche Intelligenz« eben, ein Mutant also. Eine KI, die Licht in das Dunkel der von KIs generierten Welt bringen soll – oder eben nur das Licht am Ende des Schaltkreises – eigentlich auch Licht in den Kopf der Rezensentin – aber das gelingt nur zum Teil … Die Intelligenz des Publikums kann immer mal wieder mit entscheiden, wie es und mit welchen Konsequenzen die Geschichte der Menschheit weiter gehen soll. Ist das jetzt ein »Blick in die Zukunft«, also Utopie, oder eher Dystopie, d.h. absolut negativ? Könnten (-und sollten?) diese »Replikanten«, also die neue Weltbevölkerung, rebellieren? Und das in jeder Vorstellung auf’s Neue, da das Publikum ja den Verlauf immer mal wieder mitbestimmt …
Auf jeden Fall wird das Ganze unter der Regie von Thorsten Morawietz, der auch für den Text verantwortlich ist, sehr unterhaltsam und munter präsentiert – schnell, flott und bunt, tolle und fantasievolle Kostümierung – vorne, neben und auf der Bühne, von den bekannten Mitgliedern der Dramatischen Bühne Thorsten Morawietz, Simone Greiß, Julian W. König, Jeanette Treusch , Tatjana Adel und, natürlich, der Schauspieltruppe der »Kinder des Olymp«, die in der Bockenheimer Exzesshalle ja schon fast zuhause ist. Ein amüsanter aber auch durchaus nachdenklich machender Abend, den man oder frau oder? sich nicht entgehen lassen sollte.

Katrin Swoboda / Fotos: © Uwe Dettmar
Termine: 27., 28. Februar, 20 Uhr; weitere Termine im März
www.diedramatischebuehne.de

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