Im Historischen Museum werden aktuell Fotografien der bekannten Frankfurt-Fotografin Ursula Edelmann gezeigt. Die wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden und ihr Werk verdient der Aufmerksamkeit, sowohl historisch wie fotografisch. Ursula Edelmann stammte aus Berlin und kam 1949 als junge Fotografin nach Frankfurt. Sie war ihm Genre der der Sach- und Industriefotografie, heute würde man Werbefotografie sagen, tätig.
Mit ihrer Tätigkeit in Frankfurt begann sie, die Stadt in ihrem veränderlichen Zustand zu dokumentieren – bis ins Heute. Historische, dabei ikonische Fotografien des zerstörten Frankfurts nach dem Krieg, Bilder des Wiederaufbaus und der architektonischen Erweiterung, einzelne Gebäude in ihrer Transformation sind die Motive ihrer Serien. Stürzende Linien gibt es bei Edelmann nicht, kategorisch, weil es sich für die klassische Architekturfotografie, wie sie sie von der Pike auf gelernt hatte, nicht gehört. Und das ist gut so, denn das macht Edelmanns Bildsprache so durchgängig klar und genau und verleiht eine Ästhetik, die dem Genre zu eigen sein muss, wenn es ernsthaft betrieben wird. Das hat Ursula Edelmann, was an der Kontinuität ihres Arbeitens ablesbar ist, und was heute den historischen Wert ihrer Bildersammlung über die Jahrzehnte von Frankfurt ausmacht.
Da ist es ein bisschen schade, dass die Präsentation im Historischen Museum so unscheinbar rüberkommt – geradezu suchen muss der geneigte Besucher nach den Bildern: Zwei Bildgruppen aus fünf bzw. sechs Motiven hängen an zwei Orten, weit voneinander entfernt, kaum ist der Zusammenhang im Kopf zu behalten unterwegs von dem einen Gebäudetrakt zurück nach unten und auf der anderen Seite des Komplexes wieder nach oben in den dritten Stock, der Raum ganz hinten links ist es dann … Das ist echt schade. Denn die Motive sind für uns Frankfurter von großem Interesse. Da herrscht eine große Sachlichkeit, schöne Blickachsen, unverstellte Geometrie, stimmige Aufteilung, auch der Wunsch, dem architektonischen Impetus mittels des Ausschnitts gerecht zu werden. Das kombiniert sich mit dem gelingenden Wunsch malerisch rüberzubringen, was streng gebaut ist. Und man entdeckt, dass Frankfurt schöne Ecken hat(te), wenn die auch leider zunehmend weniger werden. Es lohnt sich, Frankfurt mit dem Blick von Ursula Edelmann zu betrachten!
In der Dauerausstellung »Frankfurt Einst?« werden Architekturfotografien städtischer Bauten und Einrichtungen gezeigt, im »13. Sammlerraum« des Altbaus sind Fotografien zum Wiederaufbau des Historischen Museums in den 1950er und 1960er Jahren zu sehen.
Am 2. April um 18 Uhr und am 24. Mai um 14 Uhr bietet die Kuratorin Dorothee Linnemann zwei Führungen an. Das ist sicher sehr interessant, um sich tiefer mit der Fotografin und ihrem Werk zu befassen und die Bilder auch in einem künstlerischen Kontext zu verstehen.
Wer im Museum nicht auf seine Kosten kommt, findet digital ein sehr sorgfältig geführtes Onlinearchiv unter ursula-edelmann-archiv.de.
Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, dass auch die Galerie PanGallery aktuell Bilder von Ursula Edelmann zeigt.
Das Historisches Museum Frankfurt zeigt Werke der Frankfurt-Fotografin