Vortrag und Gespräch im Museum Reinhard Ernst
Schlaglicht auf Fukushima: am 11. März 2011 ereignete sich knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio eines der stärksten jemals gemessenen Erdbeben. Es löste einen Tsunami mit stellenweise bis zu vierzig Meter hohen Wellen aus. Durch das Erdbeben und den Tsunami kollabierten mehrere Kühlsysteme im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Es kam zur Kernschmelze. Die Folgen für die japanische Bevölkerung waren verheerend: Rund 18.500 Menschen kamen durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami ums Leben bzw. gelten seitdem als vermisst. Große Landstriche wurden verwüstet, ganze Städte wurden ausgelöscht. Die Folgen dieser Ereignisse stellten die Architektenschaft vor immense Herausforderungen. Ihre besondere ephemere Architektur stand auf dem Prüfstand.
Wie nun kann man die Region wieder aufbauen? Toyo Ito, Kengo Kuma, Kazuyo Sejima und weitere Architekten haben die Gruppe KISYN-no-kai gegründet und mit ihrem „Home-for-All“ einen Prototyp für den Wiederaufbau konzipiert. Die Holzkonstruktion mit Satteldach bietet 40 Quadratmeter Fläche als »öffentliches Wohnzimmer«. In Gesprächen mit den Bewohnern hatte Ito herausgefunden, dass Bedarf an einem Treffpunkt besteht. Das Haus der Hoffnung in Natori markiert die erste Zusammenarbeit zwischen der Reinhard und Sonja Ernst-Stiftung und dem japanischen Pritzkerpreisträger Fumihiko Maki.
Das Museum Reinhard Ernst, dessen Bau von Maki entworfen worden war, erinnert 15 Jahre später an das Ausmaß dieser Katastrophe mit einer Podiumsveranstaltung in der Reihe »Lernen und erleben von japanischer Architektur«. Ulf Meyer, Experte für japanische Architektur, spricht über den Wiederaufbau und die Bedeutung des Community Building.
Foto: Haus der Hoffnung, © Maki and Associates
Am 4.3. , Einlass ab 18.30 Uhr, 19 Uhr Beginn der Veranstaltung.
www.museum-reinhard-ernst.de
