Liebe zum Kino – »W.I.M. Im Lauf der Zeit« im DFF

Am 14. August des vergangenen Jahres ist Wim Wenders 80 Jahre alt geworden. Das war für die Bonner Bundeskunsthalle ein willkommener Anlass, ihn und seine Verdienste um den deutschen Film mit einer monumentalen Ausstellung zu würdigen (Strandgut berichtete in der September-Ausgabe letzten Jahres darüber).
Der Geehrte hat dafür sein Archiv geöffnet und das Material, das sich im Verlauf seines Lebens angesammelt hat, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Polaroids von Schaukastenbildern seiner Favoriten, schwarzweiße und farbige Fotos seiner eigenen Filme, Drehbücher, seine Zeichnungen, Briefe, die in Bonn zu sehen waren, hat seine Liebe zum Kino, die man durchaus auch Besessenheit nennen kann, bestätigt.
Neben der Ausstellung hat der Jubilar auch andere Anerkennungen erhalten. So bekam er im September in Paris den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis für sein Lebenswerk und wurde Präsident der Jury der diesjährigen Berlinale, wo er sich der Politisierung des Festivals entzog, indem er sich weigerte, sich zum Gaza-Krieg zu äußern.
In seinen Filmen war Wenders keineswegs unpolitisch. Er hat sich mehrfach mit der Teilung Deutschlands beschäftigt, aber auch nur andeutungsweise jede politische Propaganda vermieden.
Seine frühen Filme haben bis heute ihre Magie nicht verloren, und es ist erfreulich, dass sie jetzt in Frankfurt wieder zu sehen sein werden. Sie kommen samt einer Ausstellung, die aus dem Bonner Material zusammengestellt worden ist, ins Deutsche Filminstitut/Filmmuseum (DFF).
Weil aber bei Wenders die Musik eine ganz besondere Rolle spielt – sie setzt immer an der richtigen Stelle ein – und er sich keinen seiner Filme vorstellen kann, »in dem die Musik nicht eine tragende Rolle spielt«, richtet ihm die Alte Oper Frankfurt auch ein dreitägiges Festival aus. So ist der März in Frankfurt zu einem Wim-Wenders-Monat geworden.

Claus Wecker / Foto: Wim Wenders, 2023, © Donata Wenders, Courtesy of Wenders Images
Ausstellung im DFF: »W.I.M. Im Lauf der Zeit« mit zahlreichen Leihgaben des Regisseurs. Den Audioguide spricht er selbst ein. 11. März bis 18. Oktober 2026.
Festival in der Alten Oper: »Driven by Music«, 11. bis 13. März 2026.

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