»Speerspitzen der Erinnerung« im Museum Wiesbaden

Hauseigene Provenienzforschung gehört seit geraumer Zeit zu den bedeutendsten Forderungen in der Museumspolitik, und kaum ein Museum kommt an der Frage vorbei, woher seine Sammlungsbestände eigentlich stammen? Beruhen sie auf Schenkungen, sind sie rechtmäßig erworben worden, und: was bedeutet eigentlich rechtmäßig? Auch in einem vormodernen Kontext, wie beispielsweise dem kolonialen, sind kritische Recherchen geboten. Das Museum Wiesbaden beschäftigt sich mit exakt dieser Frage und den ethnologischen und naturkundlichen Schenkungen von Justo Weiler und Carl Feldmann, die Mitglieder großer Plantagengesellschaften in Kamerun waren und ihre dort erworbenen Stücke dem Museum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überantworteten. In einer Studioausstellung sind kunst- und handwerkliche Objekte zu sehen, u.a. auch die namengebenden Speerspitzen.
Zugleich kooperiert das Museum Wiesbaden mit Dr. Moris Samen und dem Verein dekasa e.V. Durch die Verknüpfung mit der kamerunischen Diaspora und einem Begleitprogramm mit Workshops und Sonderführungen möchte die Ausstellung dazu beitragen, das Museum zu einem Ort der Begegnung zwischen Menschen und Kulturen zu machen.

Foto: © Museum Wiesbaden
Bis 19. April: Di.–So., 10–17 Uhr; Do., 10–21 Uhr, www.museum-wiesbaden.de

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