Staatstheater Darmstadt: Don Pasquale als moderner Mafiosi

Von den etwa 70 Opern, die Gaetano Donizetti (1797–1848) in seiner Geburtsstadt Bergamo vielfach für den »Hausgebrauch« der Opernhäuser in Neapel schrieb, sind heute noch etwa fünf Dauerbrenner auf den Weltbühnen zu erleben. Zu diesen Werken des sogenannten Belcanto, des Schöngesangs, den Donizetti zur unerreichten Meisterschaft führte, zählen die Opern Anna Bolena, Lucia di Lammermoor, der Liebestrank und Don Pasquale, die sich das Staatstheater Darmstadt als nächste Premiere vorgenommen hat. Wie es heißt, hat der Vielschreiber dieses Werk in nur 11 Tagen für das Théàtre-Italien in Paris geschrieben, das dort 1843 uraufgeführt wurde und von da aus die Opernhäuser der Welt buchstäblich im Flug erobert hat.
In einer Zeit, in der allenthalben die große, schwergewichtige, dramatische Oper gepflegt wurde, war dieses spritzige, aber nicht unbedingt leichtgewichtige Werk wie beste Abendunterhaltung.
Die Liebesgeschichte eines alternden, vermögenden Junggesellen, der seinen Arzt Malatesta beauftragt, ihm eine junge, hübsche, möglichst vermögende – und »gehorsame« Frau zu besorgen. Klar, dass diese Suche nach der Commedia dell’arte einhergeht mit Intrigen, Chaos, Täuschungen und einer jungen Norina, die den Alltag des Pasquale in jeder Hinsicht durcheinanderbringt.
Regisseurin Geertje Boeden, die am Darmstädter Haus bereits den »Liebestrank« erfolgreich inszenierte, stellt sich erneut mit einem turbulenten Dramma buffa von Donizetti vor.
Beworben wird der Abend auf der Webseite des Theaters mit dem Bild eines breit grinsenden Mafiosi, einem gewissen Jack Nicholson nicht unähnlich – was viel Hinterlistiges erwarten lässt.

Bernd Havenstein / Foto: © Q Designagentur Wiesbaden
Termine: 14. März, 19.30 Uhr (Premiere), 27.3., 18.4., 22.5., 7.6.,
Staatstheater Darmstadt
www.staatstheater-darmstadt.de

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