»Team Dresch« im Kulturclub schon schön Mainz

Wow, Team Dresch in Mainz, da müssen wir mal etwas ausholen: Diese Band kommt noch aus einer Zeit, aus einer Punk-Szene, die sich Anfang der Neunziger zwar »alternativ« nannte, deren Vorstellung von Authentizität aber oft erstaunlich heteronormativ blieb. Doch mit Team Dresch, dieser Band aus Portland, wurde es dann doch ein bisschen anders. Und heute? Jetzt sind sie wieder da, mit Gitarren, die schneiden, mit ihren ungeduldigen Rhythmen.
Die Konflikte, von denen ihre Songs erzählen – Sichtbarkeit, Zugehörigkeit, Begehren, Selbstbehauptung –, haben ihre Aktualität nicht eingebüßt. Und ihr 1994 erschienenes Album »Personal Best« ist eines der wichtigsten Alben ever. Wie schön also, Team Dresch jetzt wieder live erleben zu können!
Ach ja, und diese kleine Geschichte muss auch noch erzählt werden: 1996 veröffentlichen Tocotronic das kaum anderthalb Minuten lange Stück »Die Sache mit der Team Dresch Platte«. Es rumpelt los wie Hölle und beschreibt die Erfahrung, eine Platte zu hören, von der man weiß, dass sie nicht für einen selbst geschrieben wurde. Und so erzählt die Tocotronic-Hommage auf schöne Weise von der Bereitschaft, sich in einer Musik wiederzufinden, die einen gar nicht spiegeln will.
Was uns die Tocos damals erzählen wollten – und was immer noch stimmt: Verstehen beginnt nicht dort, wo wir uns selbst erkennen, sondern dort, wo wir lernen, anderen zuzuhören. Unterstützt werden Team Dresch an diesem Abend von Mutt. Feministischer Punkrock aus Offenbach.

Marc Peschke / Foto: © Twylo Landey
So., 20.9., 20 Uhr, Kulturclub schon schön, Große Bleiche 60-62, 55116 Mainz, 06131-8929843
www.schon-schoen.de

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