1822-Neujahrskonzert mit Marche Fatal in der Alten Oper

Die Junge Deutsche Philharmonie ist zwar (wie das Ensemble Modern) im Frankfurter Ostend zuhause, konzertiert in Frankfurt und Umgebung eher selten. So ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn das Orchester ins neue Jahr mit dem »1822-Neujahrskonzert« in der Alten Oper startet, das auch stets ein Programm im Gepäck hat, das aus dem üblichen Rahmen fällt. Schon der Einstieg mit einem »Marche Fatale« des gerade 90 Jahre alt gewordenen musikalischen Querkopfs Helmut Lachenmann. Hier bedient sich der ansonsten eher alltäglichen Klangbildern und Geräuschen nachempfindende Komponist geradezu schamlos, überaus ironisch herkömmlicher, tonaler Kompositionstechniken und verfremdet Zitate, die er wie kreuz und quer verhakt und ad absurdum führt. Auch das 2006 uraufgeführte, fünfsätzige Werk für Trompete und Orchester » … miramondo multiplo …« der Grazer Komponistin Olga Neuwirth führt unterschiedliche Musikstile zu- und übereinander – und ist, wie das Trompetenkonzert von Joseph Haydn beim großartigen Håkan Hardenberger als Solisten buchstäblich in besten Händen. Richard Strauß´ Tondichtung »Don Juan« und die dritte Ballettsuite »Romeo und Julia« von Sergej Prokofjew runden den musikalisch launigen Start ins neue Jahr ab. Die junge japanische Dirigentin Nodoka Okisawa mag, so heißt es, nur Menschengruppen, die Instrumente haben. Bei der JdPh ist sie daher am richtigen Platz!

Bernd Havenstein
Bild: © Alte Oper Frankfurt/Salar Baygan
Termin: 11. Januar, 18 Uhr, Alte Oper Frankfurt,
Ticket-Hotline: 069/13 40 400
www.alteoper.de

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