Unsere Gärten verändern sich durch den Klimawandel. An kaum einem anderen Ort kommen wir so direkt mit der Natur in Berührung und erleben unmittelbar, wie sich längere Trockenphasen, Starkregen und wärmere Winter auswirken. Hier können wir beobachten, dass Arten aus wärmeren Gegenden auftauchen und andere an kältere Orte verschwinden. Gleichzeitig zieht auch hier immer mehr die Technik ein: vom Mähroboter bis zum KI-gesteuerten Wässerungssystem.
Auch der Palmengarten und der Botanische Garten Frankfurt müssen, trotz ihrer Tradition, mit der Zeit gehen. Die großen Herausforderungen spiegeln sich auch in diesen öffentlichen Anlagen wider. Der Palmengarten hat sich diese Themen ganz weit oben auf die Agenda gesetzt und widmet sich ihnen mit dem Leitthema »Garten der Zukunft«.
Mit der kommenden Ausstellung GartenUtopien, die am 1. Oktober eröffnet, wird der Besucher durch Plastikblüten bis zur Schwammlandschaft, von Frankfurt bis zum Weltraum, zu einer vielschichtigen Reise durch reale und imaginierte Landschaften eingeladen, in denen sich mögliche Zukünfte spiegeln.
Der Rundgang beginnt im Foyer mit den Arbeiten der tschechischen Künstlerin Veronika Richterová. Mit ihrer Kunst aus Plastikflaschen, der sogenannten PET-ART, schafft sie einen ebenso kritischen wie ästhetischen Zugang zu dem Material Plastik. Aus dem gleichermaßen unansehnlichen und problematischen Abfallstoff kreiert sie farbenfrohe Kunstwerke von dauerhaftem Wert. Im Palmengarten begegnen wir vor allem ihren Kakteen, Pinien, Passionsblumen, Bromelien und Strelitzien.
Danach folgt eine Landschaft, die durch das Galerieteam um Dominik Heukemes gestaltet wurde. Der »Garten der Fülle«, in dessen üppige tropische Vegetation die Zukunftsbilder der Reinventing Society eingebettet sind. Die zweiteiligen Motive zeigen Visionen, wie lebenswerte Städte in einer klimagerechten Zukunft aussehen könnten.
Der digitale Gärtner und visuelle Utopist Jan Kamensky befreit in seinen Animationen »Visual Utopias« stressgeplagte Städte auf humorvolle Weise von Autos und Abgasen und verwandelt sie in urbane Oasen voller Grün. Im »Garten der Fülle« wird der Palmengarten selbst zum Kern der Utopie. Kamensky lässt den Garten in dieser Visual Utopia über sich hinaus- und in das urbane Frankfurt hineinwachsen.
Darüberhinaus gibt es den »Garten des Wandels«, in dessen Mittelpunkt die Rolle der Wasserkreisläufe innerhalb der Klimadynamik steht, und einen »Weltraumgarten«, der einen Blick auf mögliche extraterrestrische Lebensräume und Bepflanzungen etwa auf dem Mars erlaubt.
Nach einer kurzen Umbauphase wird es ab dem 16. Oktober noch vier weitere Utopien zu erleben geben: Haus Rosenbrunn verwandelt sich dann in einen immersiven Erlebnisraum. Großflächige, an die Wände projizierte Illustrationen werden zeigen, wie sich Mensch und Natur zukünftig begegnen könnten, sodass Besucher:innen tief in die Gärten der Zukunft eintauchen können.
»GartenUtopien«, eine neue Ausstellung im Palmengarten Frankfurt schaut in die Zukunft