»Was ist Restitution«  – Eine Buchvorstellung im Museum für Weltkulturen am 15. Oktober

Die Benin-Bronzen waren vielleicht die spektakulärsten, aber nicht die einzigen Rückgaben von Kunst-und Kulturgütern an Länder, die während der Kolonialzeit und/oder Forschungsreisen von ethnologisch-anthropologischer Teams ihrer Schätze beraubt oder auch veräußert wurden. Nicht immer waren es Plünderungen, sondern auch so genannte Schenkungen, Übereignungen, auch Verkäufe mit monetären Vorteilen für bestimmte Herrschaftskreise des kolonisierten Landes.

Es ist also ein recht unentwirrbares Geflecht, den der Begriff Restitution umfasst. Zu bedenken ist ja auch, wem die kulturellen Schätze zurückgegeben werden sollen, wenn damalige Herrschaftsbereiche nicht mehr existieren, anders zusammen gefasst sind, oder wenn es sich, wie beispielsweise bei den Benin-Bronzen, um königliche Artefakte handelte, die sowieso nie in die Öffentlichkeit gelangt wären, so wie, sagen wir es mal, die Privatschatullen von König Charles III. Wandern sie jetzt zurück in diese Kreise oder gehören sie dem „Volk“? Die Museen der Weltkulturen sind eifrig dabei, die in ihnen gesammelten Artefakte neu zu bewerten und ihre Herkunft zu erforschen. Denn ihre Reichtümer beruhen ja genau auf diesen Vorgängen.

Darum geht es nun bei einer Buchvorstellung, die das Museum für Weltkulturen am 15. Oktober um 19 Uhr anbietet. Verfasst haben es Kodzo Gavua, Associate Professor für Archäologie und Kulturerbe-Forschung an der Universität von Ghana, und Hans Peter Hahn, Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt. »Was ist Restitution« aus dem Suhrkamp Verlag beschäftigt sich auch mit Prozessen, die eine Restitution begleiten, denn, ihrer Ansicht nach, setzt Restitution eine nachhaltige Kooperation voraus.

»Was ist Restitution?«, 15.10., www.weltkulturenmuseum.de

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