Die Kammeroper Frankfurt läutet im Musikpavillon des Palmengartens am 4. Juli die Freilichtsaison ein. Launig und unkonventionell wie stets kehren Regisseur Rainer Pudenz und sein Ensemble nach Ausflügen in modernere musikalische Gefilde der letzten Spielzeiten zu ihrem »Hauskomponisten« Gioachino Rossini zurück. Mit dem Einakter »Gelegenheit macht Diebe« des damals erst zwanzigjährigen Komponisten (geschrieben in nur 11 Tagen(!) des Jahres 1812) geht es wieder voll ins Komödiantische. Und: Wie fast immer bei Rossini dreht sich’s um falsche Spiele rund um die wahre Liebe in dieser, wie er selbst sie treffend benannte, »Burleske für Musik«. Verwechslungen, Intrigen, Rollentausch: was mit einem vertauschten Koffer und allerlei zwischenmenschlichen Turbulenzen beginnt, endet gar mit einer Doppelhochzeit. Mehr commedia dell’arte geht kaum.
Das alles verpackt in musikalische Leichtigkeit, wie sie schon auf die späteren Meisterwerke wie den »Barbier von Sevilla« hindeutet.
Zu hoffen ist, dass der Kammeroper eine erfolgreiche Sommersaison gelingen möge, in der das musikalische Gewitter der Ouvertüre zu Beginn der »L´occasione fa il ladro« das einzige während der Aufführungen bleibt.
Kammeroper: Gelegenheit macht Diebe