Das Frankfurter Ensemble Modern (längst weit über die Grenzen der Stadt geschätzt), in diesem Jahr Ehrengast der Buchmesse Frankfurt, bringt uns einen wieder einmal überaus spannenden Ein- und Ausblick auf neue und neueste musikalische Entwicklungen, diesmal des Gastlandes Tschechien zu einem Konzert im intimen Mozartsaal der Alten Oper.
Zur Erinnerung: dieses Ensemble (1980 gegründet) ist basisdemokratisch organisiert – und zwar in jeder Hinsicht. Neben der Auswahl der Dirigenten ist auch die jeweilige Programmgestaltung so orientiert. Sie selbst bezeichnen sich, zu Recht, als »unerlässlicher und ästhetisch polyglotter Verstärker zukunftsweisender Klangkonzepte«.
Insofern ist auch diesmal zu erwarten, dass die jungen Musiker*innen unter Leitung der tschechischen Dirigentin Ustina Dubitsky hellwach auf der Stuhlkante sitzen, um ein weitgehend unbekanntes Terrain tschechischer Musik einem (hoffentlich) zahlreichen Publikum überzeugend zu vermitteln.
Einzig der Komponist Marek Kopelent (1932–2023) mag dem einen oder der anderen Konsument*in aktueller Musik noch in den 1980er Jahren im Konzertsaal begegnet sein. Er gehörte zu den hochpolitischen Köpfen des Landes, wurde im Zuge des sog. Prager Frühlings seiner Ämter entbunden – Václav Havel holte ihn 1989 als seinen musikalischen Berater und als Professor der musischen Künste an die Musikakademie in Prag zurück.
Die neuen und neuesten Kompositionen, die in Frankfurt in wechselnder Besetzung zu erleben sein werden, stammen alle aus den Jahren 2025/26 von jungen Komponisten wie Pavel Šabacký (Awakening), Michaela Antalová (Unravel), Barbora Tomášková (Puls der Nacht) und Slavomír Horínka (dessen Komposition ist, frei übersetzt: Getreide, Spreu, Feuer), allesamt deutsche Erstaufführungen.
Prague – Offspring in Frankfurt – Neue Musik aus der Partnerstadt