Sie sind Schmuck, sie sind Kultur, sie sind Religion, sie sind Geschichte, sie sind unersetzlich – die Tora-Aufsätze Rimonim, welche die abschließende Krone der hölzernen Gestelle bilden, um die die hebräischen Bibeltexte gewickelt werden. Und oft sind sie ausgesprochen kunstvoll gearbeitet und sehr kostbar.
Das Jüdische Museum hat eigens seine Bibliothek umgebaut, um nun einen bedeutenden Schatz aufnehmen zu können: 72 Paar Rimonim aus der Sammlung von Norbert Cymbalista, der 1926 in Worms geboren wurde und sich auf abenteuerlichen Wegen gemeinsam mit seinen Eltern aus Deutschland retten konnte. Ihm gelang die Flucht nach Mailand, dort baute er sich im Immobilien- und Finanzsektor eine Existenz auf. Und das immerhin so gut, dass er in Tel Aviv auf dem Gelände der Universität eine Synagoge mit Lehrakademie finanzieren konnte.
Seine Sammlerleidenschaft entfachten zunächst impressionistische Gemälde aus Frankreich und dann eben auch die Rimonim, von denen er quer über die Kontinente Stücke erwarb, die aus den unterschiedlichsten Epochen stammen – aus Ägypten, aus China, aus Indien. Die ältesten sind über 300 Jahre alt. Ein ganz besonderes Exemplar stammt von Abraham Lopes de Oliveyra aus dem 17. Jahrhundert, dem ersten bekannten Juden, der in England als Silberschmied arbeiten durfte. Verziert, mit Glöckchen behangen, mit Granatapfelsymbolen überzogen, mit winzigen Tempeldarstellungen geschmückt, sind sie die ewigen Repräsentanten von Zeit und Raum.
Rimonim aus aller Welt – 72 neue Tora-Aufsätze im Jüdischen Museum Frankfurt