Ron Sexsmith in der Brotfabrik Frankfurt

Ja, es gibt sie noch: Diese Alben, die man tagelang, wochenlang hört, die jammern und – man hört sie gleichsam rufen – dann um Erlösung flehen: »Bitte nicht noch mal! Lass‘ mich!«. Aber eben: Man kann nicht anders: Noch einmal. Nur noch einmal. Und noch einmal. Das war bei jeder Ron Sexsmith-Platte so. Bei wirklich jeder. Die konnte man morgens hören, zum Kaffee – oder abends zum Rotwein. Die gehen bei Wolkenbruch genauso wie an Hundstagen. Das sind universell einsetzbare Seelentröster, balsamische Refresher für jedes Zipperlein, das der Alltag bereithält.
Ron Sexsmith, 1964 in Toronto geboren, ist seit seinem Album »Cobblestone Runaway« auch in Deutschland bekannt. Vor allem bei Freunden der eher klassischen Singer-Songwriter-Kunst, die sich gerne im Bittersüßen einigeln und doch Sexsmiths Drang zum großen Pop-Song schätzen. Das ist zum Beispiel etwas für Lambchop-Fans: Da perlt nicht nur die Akustikgitarre, da jubeln Streicher, da klebt literweise süßer Soul-Honig zwischen den Piano-Tasten.
Das war zum Beispiel auf seinem Album »Time Being« so: ein Folk-Country-Soul-Pop-Jahrhundertstück nach dem anderen, eines erhabener, schöner, uneitler und vollkommener als das andere. »Ich höre sein Album schon ein ganzes Jahr lang, aber es könnten problemlos auch die nächsten zwanzig sein«, sagte Elvis Costello einmal über den pausbäckigen Songwriter. Und genau das macht seinen Zauber aus. Hat man diese Musik einmal gehört, will man nicht mehr ohne sie leben.
Das hat sich all die Jahre nicht verändert. Inzwischen sind 18 Alben erschienen: Musik eines Mannes, der inzwischen in den renommiertesten Konzerthäuser der Welt spielt, der von Rod Stewart, kd Lang, Emmylou Harris, Michael Buble, Feist, Elvis Costello und Stevie Nicks gecovert wurde – und der immer wieder gerne in der Brotfabrik in Frankfurt vorbeischaut, um uns mit seiner Musik vollendet zu verzaubern.

Marc Peschke
Fr., 21.8., 20 Uhr, Brotfabrik, Bachmannstr. 2-4, 60488 Frankfurt am Main, 069/24790800,
www.brotfabrik.de

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