Das Internationale Frauen*Theaterfestival feiert 10-jähriges Jubiläum

In der letztjährigen Ausgabe des Internationalen Frauen*Theater-festivals sammelte die Musikerin Crystn Hunt Akron gemeinsam mit Greenpeace Plastikmüll aus Meeren und Flüssen und machte daraus Klangquellen für einen Live-Auftritt: Aus Abfall wurde Musik, das Publikum tanzte dazu auf dem protagon Kulturgelände in der Orber Straße. Ein Abend, der zeigte, worum es dem IF*TF seit zehn Jahren geht: Kunst im Kontext gesellschaftlicher Themen – aus weiblicher Perspektive. Dass ausgerechnet die Frage, was mit unseren Flüssen und Meeren passiert, zum Ohrwurm wurde, war kein Zufall: In der diesjährigen Jubiläumsausgabe vom 14. bis 20. September wird sie weitergeführt. Unter dem Titel »Blue Lab – Diversity« setzt sich ein Umweltprojekt zwischen Kunst und Wissenschaft fort, das im Sommer bereits die Sommerwerft prägte. Im Zentrum steht Ocean Literacy – das Wissen darüber, wie eng Fluss, Meer und menschliches Handeln zusammenhängen. In verschiedenen Formaten entsteht ein Dialog zwischen Performance-Kunst und Meeresforschung.
Die Perspektiven des Festivals sind vielfältig: Das Jahresthema »Feministische Demokratie« fragt, wie Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Macht zusammenhängen. »Domina« von Ondadurto Teatro holt Verdis große Frauenfiguren queer auf die Bühne, das Danzanko Collective zeigt mit »Farra« eine Stelzenperformance über die Gesichter von Weiblichkeit als Premiere. Ein besonderer Moment: Perkussionistin Anne Breick, seit über 30 Jahren Institution der Frankfurter Frauenmusikszene, gibt beim IF*TF eins ihrer letzten Konzerte mit ihrer Band Kick La Luna. Dazu kommt ein zweitägiges Symposium mit dem Cornelia Goethe Centrum, offen für alle, sowie ein Kinderprogramm. Bis auf die Workshops ist der Eintritt frei auf Spendenbasis.
Gegründet 2017 von Bárbara Luci Carvalho, ist das Festival mittlerweile eine internationale Plattform. Dass Carvalho 2025 gleich zweifach ausgezeichnet wurde, mit dem Tony Sender-Preis und einer lobenden Erwähnung beim Diversitäts- und Integrationspreis der Stadt Frankfurt, zeigt, wie sehr das Festival als kulturpolitische Stimme wahrgenommen wird. Den Grundgedanken – weiblichen Perspektiven einen sicheren Raum zu geben – hat man bei protagon e.V. früh erkannt, lange bevor Begriffe wie Safer Spaces oder Diversität in aller Munde waren. Heute ist das Thema präsenter denn je. Dass damit längst nicht alles erledigt ist, zeigt sich daran, wie hart um Gleichberechtigung inzwischen wieder gerungen wird – ein Grund mehr, warum es das IF*TF weiterhin braucht.

Foto: Domina, Ondadurto Teatro
www.iftf-frankfurt.com

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