
Wo bis vor Kurzem noch dem Honig gehuldigt wurde, kommt jetzt das Gift an die Reihe. Das Landesmuseum Wiesbaden, das für seine interdisziplinären Ausstellungen bekannt ist, welche die Schnittstellen zwischen Natur, Kultur und Wissenschaft aufspüren, nähert sich diesem Topos aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Natur übernehmen Gifte den Schutz vor Fressfeinden oder ermöglichen den Beutefang, in verschiedenen Kulturen werden sie als heilende Kräfte verstanden – es geht aber auch um Giftmorde und Substanzen, die die Umwelt zerstören. Gifte – sie töten, heilen, wärmen, schützen.
»Gift«
20. März 2026 bis 4. April 2027
www.museum-wiesbaden.de
Geheimnisvoll – das ist wohl das passendste Schlagwort, mit dem sich die Kunstrichtung des Symbolismus beschreiben ließe. Der in Dresden geborene Georg Lührig (1868–1957) war einer seiner bekanntesten Vertreter dieser Gattung sowie des Jugendstils und wird jetzt vom Landesmuseum Wiesbaden neu entdeckt. In vielen Arbeitstechniken zuhause, malte er Aquarelle, großformatige Ölgemälde, Tierzeichnungen, Porträts sowie monumentale Fresken zur Ausgestaltung von Innenräumen.
»Jugendstil und Symbolismus. Georg Lührig – ein Meister aus Dresden«
22. Mai 2026 bis 17. Januar 2027
www.museum-wiesbaden.de
Auch im Museum Reinhard Ernst gibt es bald Neues zu bestaunen: es präsentiert den international erfolgreichsten Maler Österreichs Wolfgang Hollegha (1929–2023) in einer umfassenden Schau. Bereits um 1960 feierte er Erfolge in New York, US-Kritiker sahen in seinen Arbeiten starke Bezüge zum Abstrakten Expressionismus, der sich ja primär in den USA entwickelte. Man kann ihn ruhig als Ideenverwandten von Helen Frankenthaler bezeichnen, deren Arbeiten derzeit noch im Museum ausgestellt sind. Doch in den USA wollte er trotz aller Anerkennung nicht leben, ihn zog es in einen alten Bauernhof ins österreichische Rechberg, in dem er sein Atelier einrichtete.
»Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!«
15. März bis 25. Oktober 2026
www.museum-re.de
Foto: Museum Reinhard Ernst: Wolfgang Hollegha (ohne Titel, 1974)
© Kunsthandel Giese Schweiger
