Renoir. Rococo Revival im Städel

Was haben Berthe Morisot, Antoine Watteau, Edgar Degas, Claude Monet und vor allem: Was hat Auguste Renoir mit dem Rokoko zu tun? Wie verbindet sich der Impressionismus mit diesem Synonym für den auf die Spitze getriebenen Barock, dem Überladenen, dem Duftig-Zarten, der überzuckerten décoration? Pastellige Landschaftsszenen, in denen prächtig ausstaffierte Damen und Herren mit meterhohen überpuderten Perücken im strahlenden Sonnenlicht zwischen blumenübersäten Rabatten flanieren? Diese vorrevolutionäre Kunst feierte ihre Blütezeit in Frankreich zwischen 1715 und 1780, und es ist schon nachvollziehbar, dass sie nach der französischen Revolution als Kunstrichtung ausgedient hatte …
Und doch: ein Jahrhundert später adelte die Kunstgeschichte das Rokoko als einen »genuin französischen Stil«. Die Maler*innen des Impressionismus mit ihren lichtdurchfluteten Oevres, mit ihren besonderen Topoi, zu denen z.B. auch das Boudoir und Landschaftsszenen gehören, mit ihren Maltechniken, der hellen Farbigkeit und der Materialwahl bezogen sich nicht von ungefähr auf diese Kunstrichtung, die die Leichtfertigkeit feiert.
Die Bögen zwischen den beiden Kunstrichtungen und den Künstler*innen spannen will die große Sonderausstellung des Städel: »Renoir. Rococo Revival. Der Impressionismus und die Französische Kunst des 18. Jahrhunderts.« Man darf neugierig sein. Ein schwelgerisches Spektakel wird diese Schau auf alle Fälle.

Zu sehen ab 2. März bis zum 19. Juni 2022.
www.staedelmuseum.de

 

Foto: Pierre-Auguste Renoir (1841–1919): Frau mit einem Fächer, ca. 1879, Öl auf Leinwand, 65,4 × 54 cm, The Clark Art Institute, Williamstown, ©: Image courtesy Clark Art Institute. clarkart.edu

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