Wie lässt sich aus einer Behinderung möglichst viel Kohle machen? Das ist eine der Fragen, die vom 24. September bis 4. Oktober auf dem Festival »Grenzenlos Kultur« debattiert werden wollen. Mit 18 Stücken aus sechs Ländern begeht das älteste Festival für inklusive Kunst in den Räumen des Mainzer Staatstheaters seine bereits 28. Ausgabe. Angelehnt an das Thema »Die Goldenen Zwanziger« des rheinland-pfälzischen Kultursommers wirft das Festival unter dem Motto »Ver-rückte Jahre« einen ureigenen Blick auf die Epoche und zieht mit »Bühnen, die aus dem Rahmen fallen« Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen vor 100 Jahren und heute.
Den Auftakt dazu wird »It’s a motherfu**ing pleasure« aus Großbritannien machen – einer der Hits des jüngsten Edinburgh Fringe Festivals. Das Gastspiel des Trios vom Kollektiv FlawBored, bei dem zwei Blinde auf der Bühne stehen, geht der Einstiegsfrage im Kleinen Haus mit brillanten turbokapitalistischen Ideen und schwärzestem Brit-Humor nach. (24., 25. September jeweils 19.30 Uhr )
Noch am Eröffnungsabend treten Bobbi Byrne und Soso Ní Cheallaigh in der Spielstätte U17 mit der trotzigen Tanz- und Lecture-Performance »Variations for Two Disabled Bodies« aus Irland auf. Das Programm verspricht eine in Gebärdensprache begleitete »humorvolle Hommage an Behinderung, die Schönheit der Verschiedenheit und die Kraft der Freundschaft«. (24. September, 21 Uhr).
Mit an Bord sind im September außerdem tanzbar_Bremen (»Die Roboter kommen«), Lukasz Ronduda & Filipp Pawlak (»Freak Show«), die spanische Company Vero Cendoya (»Eine brillante Unvollkommenheit«), sowie das Staatstheater Mainz selbst (»Schlagerträume«). Zudem sind Friederike Jaglitz (»Das Geheimnis der Falkenbucht«), Tobias Brunwinkel & Max Edgar Freitag vom Theater Thikwa (»Der Tod«) sowie die Britin Laura Murphy (»A spectacle of herself«) zu sehen. Im Oktober folgen Beiträge von Michael Turinsky, dem Deutschen Theater Berlin in Kooperation mit dem RambaZamba Theater, dem Comedia Theater Köln, der Gruppe baff und dem Schauspiel Leipzig sowie ein lyrischer Abend rund um Else Lasker-Schüler.
Sämtliche Stücke werden mit Audiodeskriptionen, Gebärdensprache, Übertiteln und Einführungen angeboten und sind barrierefrei erlebbar. Und selbstverständlich lädt die Festivalbar des Grünen Kakadu an den Abenden dazu ein, zu diskutieren und einander kennenzulernen.
Ausführliche Informationen, Termine, Uhrzeiten und das gesamte Rahmenprogramm findet man auf der Festival-Website.
Ver-rückte Zeit beim 28. Inklusions-Festival »Grenzenlos Kultur« vom 24. September bis 4. Oktober in Mainz