Museum für Kommunikation schwärmt mit Axel Scheffler für die Briefkultur

Die Ausstellung »Von Monstern, Mäusen und Menschen. Axel Schefflers fantastische Briefbilder«“ im Museum für Kommunikation (ehemals Postmuseum) hat ein klein wenig ein nostalgisches, aber vielleicht auch (wer weiß?) ein futuristisches Element. Ganz sicherlich aber ein künstlerisches.
Es hat auch schon Zeiten gegeben (oder gibt sie vielleicht noch), da wurden nicht korrekt adressierte Briefe – Adressfeld Mitte bis rechter Rand, Absender links oben/unten oder auf der Rückseite – nicht befördert oder gingen bestenfalls als unzustellbar zurück. Wer hätte diese Erfahrung noch nicht gemacht? Doch die Zustellung von Axel Schefflers fantasievoll gestalteten Adressen auf Briefumschlägen aber scheint zum großen Teil durch die Hände kunstsinniger Menschen gegangen zu sein, sonst hätten wir nicht die Freude, sie jetzt im Museum für Kommunikation bewundern zu können, Dank dafür! Schließlich beweisen diese »Briefbilder« nicht nur das künstlerische Talent des bekannten Illustrators – man denke nur an den Kinderbuch-Bestseller »Grüffello« – sondern es wird neben Zeitgeschichte und Weltgeschehen gelegentlich auch auf dessen durchaus persönliche und individuelle Eigenschaften und Präferenzen hingewiesen.
350 sogenannte Briefbilder Schefflers aus zirka vierzig Jahren zeugen mit hoher Qualität und Originalität von der Liebe des Künstlers zur analogen Korrespondenz und wirken wie eine Liebeserklärung an die Briefkultur (was die digitale Kommunikation ja nicht unbedingt ausschließt). Dass auch die ausgesuchte Briefmarke bei der Gestaltung eines Umschlags ebenso eine Rolle spielt, scheint schon fast selbstverständlich. Transportspuren wie Stempel, Flecken, Knicke geben den kleinen Kunstwerken ihren besonderen Reiz. Und wie gut, dass die Adressat*innen das wohl ebenso empfunden, die Umschläge aufbewahrt und dem Künstler zur Verfügung gestellt haben. Ihnen wird mit einer mit einem collagierten Großbild an der Eingangswand gedankt.
Vielleicht verzieren wir die nächste – handgeschriebene? – Adresse doch wieder mal mit einem Herzchen über dem i …

Katrin Swoboda

Bis 24. Juli 2022: Di.–So., 10–18 Uhr; Mi. 10–20 Uhr
www.mfk-frankfurt.de

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