Das dritte Leben des English Theatre Frankfurt kann endlich Fahrt aufnehmen. So, wie wir es kennen, im Jahr 1990 von der legendären Theaterleiterin Judith Rosenbauer in der Kaiserstraße aus der Taufe gehoben und 2003 schon unter Daniel Nicolai im Gallileo-Tower wiederbelebt, läutet Nicolai nach zweijähriger Diaspora ebenda die nächste Ära der größten englischsprachigen Bühne Kontinentaleuropas ein. Auch wenn im Basement des nun der EZB gehörenden Hauses alles vertraut wirkt, als könne es hier gar nichts anderes geben, wissen wir doch: Das mehrfach verschobene, am 1. Februar endlich vollzogene Comeback wurde mit Klauen und Zähnen erkämpft.
Mit der Bühne kehrte auch das Publikum zurück in die Gallusanlage 7. Mehr als 31.000 Besucher strömten in dieser Restsaison in den Theaterkeller im Bankenviertel, um zu lachen, weinen, lieben und großartig zu leiden. Der Wiederaufnahme des Shakespeare-Musicals mit dem bezeichnenden Titel »Something Rotten!« folgten die Deutschlandpremiere von Howard Brentons Polit-Thriller »Churchill in Moscow« und der erste Block der Komödie »Dracula: A Comedy of Terrors«, die als »Encore« nun auch die Brücke in die neue Spielzeit schlägt.
»Hush Hush – Hidden Worlds« lautet das in das Vage, Ungewisse weisende Motto für die Spielzeit 2026/27, die mit Alan Bennetts Doppelpack »Single Spies« schnurstracks in die finstere Welt der Spionage und der berüchtigten KGB-Doppelagenten der »Cambridge Five« katapultiert. Im November folgt dann – endlich – das Musical »Kinky Boots«. Mit Musik von Cyndi Lauper, schrillen Kostümen und viel Herz rettet eine Dragqueen eine marode Schuhfabrik. Uraufgeführt 2012 in Chicago, heimste das Musical in den USA und Großbritannien jede Menge Awards ein. Bunt, laut und durchaus berührend ist es das ideale Stück gegen den Winterblues. Im Anschluss führt uns »2:22 – A Ghost Story« ins Mystische zurück. Gut beraten wie eh und je ist, wer sich die besten Plätze zu seinen Wunschdaten zeitig sichert.
Das English Theatre geht mit drei neuen Stücken in die Spielzeit 2026/2027