Die Vielfalt dessen, was das Frankfurt LAB und seine Partner auszeichnet, sei das Jahr über schwer fassbar, sagt Florian Ackermann. Das Festival, das nun Anfang Oktober unter seiner Projektleitung und der seiner Kollegin Jenny Flügge zum fünften Mal den Produktions- und Aufführungsort in der Schmidtstraße 12 mit ganz viel Kunst und Kultur füllt, soll dem Publikum einen Eindruck davon geben, was im Laufe der Monate hier so alles entsteht. Zum ersten Mal wird es mit dem Tag der offenen Tür kombiniert, der bei freiem Eintritt die Möglichkeit bietet, die ganze Kommunikationsfabrik zu erkunden, etwa bei einer Wandelperformance mit den Tanzstudenten und der Schlagzeugklasse der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), einem Workshop mit der Dresden Frankfurt Dance Company (DFDC), einer Challenge im Escape Room oder im Boxklub. Eröffnet wird dieses Finale der vier Veranstaltungstage am Sonntag um 11 Uhr mit einem Matineekonzert, in dem sich mehr als 20 Preisträger deutscher und europäischer Jugendmusikwettbewerbe präsentieren, die zuvor einen Meisterkurs der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) absolviert haben.
Lernende aus verschiedenen kreativen Studiengängen der Region mit etablierten Künstlern, aber auch diese untereinander zusammenzubringen, das ist ebenfalls einer der Schwerpunkte der drei Tage zuvor. So gibt es unter dem Motto »Floor on Fire« einen Tanzbattle mit den DFDC-Profis, Breakdancern der »Saxonz« oder Freischaffenden aus der heimischen Performanceszene, bei dem die Zuschauenden darüber abstimmen, wessen Können ihnen am meisten zusagt. Das Ensemble Modern trifft zwischen notierter Musik und Improvisation mit der NDR Bigband zusammen. Wer den Austausch sucht mit den Protagonisten, kann sich mit ihnen zu Gesprächen ins Bett legen. Der Studiengang Architektur der University of Applied Sciences stellt seine Entwürfe zu einem neuen LAB auf dem geplanten Kulturcampus Bockenheim vor. Es gibt eine Installation, bei der, wie Ackermann es ausdrückt, die Geschichte der DDR im wahrsten Sinne des Wortes »verwurstet« wird. Doch die Kunst schwappt auch auf die Straße über, wenn sich Performende bei einer Art Scotland-Yard-Spiel in öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt bewegen und alle anderen eingeladen sind, sich auf ihre Spuren zu begeben. Die Eröffnung am Donnerstag (18.30 Uhr) bestreitet die junge Choreografin Laura Stellacci mit ihrer fiktionalisierten Geschichte der feministischen Nonne Boccalero, eingerahmt von weiteren bewegten und bewegenden Stücken. Doch auch wenn das offizielle Tagesprogramm jeweils beendet ist, soll es noch nicht ruhig und vorbei sein in den kreativ genutzten Räumen: Bei DJ-Musik und Party kann noch lange in die Nacht hinein gefeiert werden.
Viele verschiedene Menschen gestalten das Programm. Manchen werden die Gäste schon woanders begegnet sein, andere, speziell Nachwuchstalente, irgendwann wiedertreffen, wenn sie nach absolvierten Examen in heimischen Gefilden den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Ackermann fasst zusammen: »Den Charme des Festivals macht die Mischung aus.«
F°LAB Festival 2026 vom 1. bis 4. Oktober