Gallus Theater zeigt »Gelsomina Dreams« der italienischen Kompagnie blucinQue

Da kündigt sich etwas ganz Großes an im Gallus Theater. Die Turiner »Kompagnie blucinQue« fährt zu einem Doppelabend in Frankfurt auf. In ihren Vorstellungen fügt die Gruppe Elemente des Tanzes, des Schauspiels, der Artistik, der Musik und natürlich der commedia dell‘ arte zu einer zirzensischen Einheit. Mit im Gastspielgepäck führt sie ihre jüngste Kreation »Gelsomina Dreams«, eine Hommage an das Genie des Filmemachers Federico Fellini, die geradezu beispielhaft für das künstlerische Schaffen ihrer Leiterin und Choreografin Caterina Mochi Sismondi steht, die zugleich Leiterin des Tanzzentrums »Café Müller« in Turin ist.

Ihre neue Produktion erweckt die gewiss auf ewig mit dem Clownsgesicht Giulietta Masinas verbundene bezaubernde Titelheldin aus »La Strada« zum Leben und zeigt sie als eine visionäre Träumerin mit sich unentwegt verändernden Gefühlen. Die Bühne des Gallus Theaters wird sich dazu in eine verlassene Filmkulisse verwandeln, mit verstaubten hohen Leuchten und einer Menge uns irgendwie bekannt vorkommender Requisiten wie die marode Drehorgel der großen Zampano-Auftritte auf den Marktplätzen der italienischen Nachkriegsdörfer des Films, oder auch ein Glockenspiel – live bedient und bespielt. Und natürlich klingen dazu die unsterblichen Melodien von Fellinis Hauskomponist Nino Rota nicht nur zur Trompete auf. Wie auch die Besetzung verrät: mit Elisa Mutto als Gelsomina und fünf weiteren Tänzern (Alexandre Duarte, Federico Ceragioli, Vladimir Jezic, Antonio Fazio, Michelangelo Merlanti), den Artisten Nina und Paolo Stratta, sowie den Musikern Bea Zanina (Cello, Sounddesign) und Nicolo Bottasso (Violine, Trompete, Flügelhorn).

Die Arbeit Sismondis, so kündigt es der Choreograf und Tänzer Raffaele Irace an, der die Gruppe nach Frankfurt eingeladen hat, lasse sich von den eher menschlichen und emotionalen Aspekten von Fellinis Welt inspirieren, wie etwa der Beziehung zu seiner Frau Giulietta Masina oder seiner Faszination für die übernatürliche Welt, einschließlich Amuletten und Wahrsagern. Das Publikum werde so an der Hand in tiefer-liegende, unbewusste, manchmal beunruhigende Parallelwelten geführt: »Aus einer Imagination bunter Menschlichkeit geboren, stützen sich die Charaktere auf eigens von der Regie geschaffene Masken. Sie sind Inkarnationen einer Semantik von Widersprüchen, Neigungen und Wünschen, die zwischen Glamour im Dolce-Vita-Stil und der Welt der Straße schweben und Zirkusvisionen und Elemente der Theatralik mit Choreografie mischen.« Und das klingt doch mehr nach Must als nach To-do.

Winnie Geipert (Foto: © Andrea Macchia)

Termine: 3., 4. Dezember, jeweils 20 Uhr
www.gallustheater.de

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