Künstlerische Positionen im Rahmen der World Design Capital in der DZ Bank Kunststiftung

Die Stadt Frankfurt hat sich den Titel der »World Design Capital 2026« für dieses Jahr errungen, die zahlreichen Veranstaltungen, zu denen auch diese Ausstellung gehört, wollen auch Antworten finden auf die Fragen des Wohnens, der Wohnungsnot, der Gestaltung des öffentlichen Raumes und des Zusammenlebens.
»Moderne Utopien sind gescheitert, ich interessiere mich nicht in erster Linie für Utopien selbst, sondern für ihr Scheitern«, sagt Andrea Pichl, eine der 14 Künstler:innen, die in dieser sehr lohnenswerten Ausstellung zu sehen sind. Dabei sind die Positionen sehr frei und künstlerisch mit dem Thema und der Fragestellung nach der präferierten Art des Wohnens umgegangen. Allen gemeinsam ist der mal subtile, mal hervorgehobene Aspekt der Kritik zu den bestehenden Arten dessen, wie wir (in der Großstadt) wohnen.
Vermutlich ist die Frage selbst so alt wie die Menschheit – gewohnt wird ja immer und schon immer, wohnen ist immanenter Teil des Daseins. Die Lebensbedingungen in der Großstadt sind speziell, weil viele und polyvalente Bedürfnisse aufeinandertreffen. Die Kompromisse, die es erfordert sind im besten Fall stadtplanerisch durchdacht und umgesetzt. Die künstlerischen Positionen spielen mit diesen Kompromissen, stellen Fragen, dekonstruieren und machen nicht zuletzt aufmerksam auf ein Problem, was es auch schon vor 100 Jahren gab: Akute Wohnungsnot in den Städten. Auch in Frankfurt.
Wohnen Sie noch oder leben Sie schon? Die Ausstellung und ihre zu Teilen sehr kritischen, zu Teilen sehr ästhetischen Werke könnten Sie inspirieren – zum Nachdenken über diese Frage. Oder zum Umziehen?
Insbesondere eine überlebensgroße fotografische Installation der Künstlerin Astrid Busch ist ein Highlight, nicht allein wegen der Strahlkraft im Ausdruck des Bildes selbst, sondern auch, weil es hier explizit um das Neue Frankfurt geht, was in Zitaten und Ausschnitten, Betonungen, Proportionen Grundlage der Collage ist. Das utopische der Idee des historischen Bauprojektes wird aufgegriffen, nicht allein in Buschs Titel »Urban Utopia #1« sondern auch, weil wir in diesem Jahr auf die Utopien von damals zurückblicken und uns erneut fragen (sollten): Wie wollen wir wohnen und leben?
Besuch der Ausstellung über den Eingang Cityhaus 1, Friedrich-Ebert-Anlage. Der Eintritt ist frei. Die ausliegende Begleitschrift ist sehr schön gestaltet und enthält neben den Infos zu den Kunstwerken lesenswerte Texte zur Wohnungsfrage.
Jeden Donnerstag und an manchen Freitagen und Samstagen gibt es öffentliche Führungen.

Laura J Gerlach / Foto: Peter Hutchinson, Coloured Mountains, 1992, © Peter Hutchinson
Bis 3. Oktober: Di.–Sa., 11–19 Uhr
Mehr Infos und Anmeldung unter:
https://kunststiftungdzbank.de/ausstellen/#/ausstellungshalle

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