Einer KI beim Lernen zuschauen – das wäre doch mal was. Augenblicklich zwar von Kritiken aufgrund ihrer offenbar ungezügelten, sich selbst generierenden Weiterentwicklung umzingelt, gehört sie im musealen Raum doch schon längst zu einer nicht zu leugnenden Wirklichkeit. Der Tonkünstler und Komponist Tim Otto Roth wurde von der Schirn passend zum abschließenden Wochenende ihrer Ausstellung »The World through AI« eingeladen, eine Soundinstallation zu erschaffen, die genau dieses Lernen erlebbar macht. »Vocal Revolutions« wurde eigens für Roths Klangbeschleuniger »Heaven’s Carousel« entwickelt, der ein Hörerlebnis von Klangfarben und Lauten ermöglicht. Ähnlich wie bei einem Kettenkarussell rotieren im Hof der Schirn an zwölf Strängen auf drei Kreisebenen 26 kugelförmige leuchtende Lautsprecher. Die Töne werden nur durch Sinustöne und Rauschbänder kreiert, die Lautsprecher leuchten analog zur Tonhöhe in Spektralfarben auf. Stimmen und Instrumentalklänge werden also von einer KI erschaffen, die diese Impulse aufgreift.
Dieses Hörerlebnis ist abends am eindrucksvollsten, und die Schirn rät dazu, eine Yogamatte oder eine Decke mitzubringen. Zu erleben ist diese Installation vom 17. bis 20. September 2026.
