Solocoreografico Tanzfestival im Gallus Theater

Das Tanzfestival »Solocoreografico« wächst weiter. Erstmals wird das Programm, das der Künstlerische Leiter Raffaele Irace aus mehr als 700 Bewerbungen zusammengestellt hat, Ende Oktober an drei Abenden hintereinander im Gallus Theater zu sehen sein. Zu den insgesamt sieben Performern aus Belgien, China, Mauritius, Italien, Spanien, Polen und der Türkei stößt bei der neunten Auflage der Reihe, die Einzelakteuren eine kleine, aber feine Plattform bietet, ein »Artist in Residence« dazu, der sein Stück in den Tagen zuvor in Frankfurt erarbeitet hat.
Nach jeder Vorstellung kann das Publikum seinen Favoriten auswählen. Zudem vergibt eine renommierte Jury am Samstag Auszeichnungen in den Kategorien »Best Creation« und »Best Performer«. Doch nicht nur bereits reife Bewegungsspezialisten können an dem Wochenende ihre Kreativität und Ausdrucksstärke beweisen: Zum sogenannten Youth-Programm sind auch 30 junge Talente geladen, die einerseits am Sonntagnachmittag bei freiem Eintritt Kostproben ihres aktuellen Entwicklungsstandes abgeben, aber in Workshops am Vormittag auch zusammen mit anderen Tanzbegeisterten in verschiedensten Techniken geschult werden. Für Irace sind solche Begegnungen und das Netzwerken insgesamt wichtig; auch deshalb hatte der Gründer des Vereins Freigetanzt »Solocoreografico« einst erfunden. Bei einer Diskussion am Samstagnachmittag soll sich zudem auch der Blick auf andere internationale Tanz- und Choreografiefestivals öffnen. Sowieso befindet sich die Frankfurter Version von »Solocoreografico« im Austausch mit Turin, Lyon und Friedrichshafen, wo Irace ebenfalls solche Festivals etabliert hat. Den Auftakt der hiesigen vier Veranstaltungstage bildet schon am Donnerstag ein Filmabend im Mal Seh’n Kino mit Kurzstreifen aus der Tanzwelt.
Im Zentrum stehen jedoch die Werke, die die mutigen Solisten präsentieren. Bis zu zehn Minuten haben sie jeweils Zeit, ihre oder die Ideen ihrer Bewegungsschöpfer den Zuschauenden nahe zu bringen. Dabei setzen sie sich, wie Irace es einmal formulierte, einer ganz besonderen Situation aus. Denn wer ohne Begleitung auf der Bühne steht, zieht auch die alleinige Aufmerksamkeit auf sich, kann den Blicken der Betrachter nicht ausweichen und spürt sehr direkt die Reaktionen auf seine Darstellung. Die Begegnungen sind damit sehr intensiv. Erfahrungsgemäß bieten die Nummern eine große Vielfalt, sowohl was den Stil als auch das jeweilige Thema angeht. Ein Blick auf die aktuelle Tanzästhetik, aber eben sehr divers und einzigartig.

Katja Sturm
Foto: Choreographie Vidavee: Tanz Matteo Vignali
© Andrea Macchia
Termine: 23., 24. Oktober, 20 Uhr; 25. Oktober, 19 Uhr;
Youth-Programm: 25. Oktober, 15 Uhr,
www.gallustheater.de

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