Staatstheater Wiesbaden zeigt die Komödie »Ciao Amore«

Der Opernstar in der Titelrolle will partout nicht singen, und das vermeintliche Vorzeige-Ehepaar, das dem Regie-Duo als Vorbild für Donna Anna und Don Ottavio dienen soll, trennt sich gerade. Der für seine Arbeit in Ungarn vielfach ausgezeichnete Regisseur András Dömötör hat für das Kleine Haus des Staatstheaters Wiesbaden Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Don Giovanni« mit Ingmar Bergmans Film »Szenen einer Ehe« vermischt. Das außergewöhnliche Crossover, ernüchternd »Ciao Amore!« genannt, funktioniert als turbulente Komödie auf der Schiebebühne von Botond Devich erstaunlich gut. Die Parallelitäten zwischen Musiktheater- und realer Schauspielwelt unterstreichen die Kostüme von Fruzsina Nagy: Alle Figuren verfügen über ein gleich angezogenes Double auf der anderen Seite der Rampe. Es geht um Leidenschaft und Liebe, Hass und Betrug. Weil der eine Bariton (Michael Birnbaum) streikt, muss ein anderer ran: Regieassistent David (Jaeyoung Ha) erhebt seine Stimme; wer auf emotionale Arien wartet, wird unter der musikalischen Leitung von Alejandro Jassán auch von den anderen Sängern nicht enttäuscht, während sich die Doppelgänger schon wieder streiten. Der chaotische Spaß eignet sich so für Liebhaber beider Sparten.

Katja Sturm / Foto: © Maximilian Borchardt
Termine: 11., 25. Juni, 19.30 Uhr
www.staatstheater-wiesbaden.de

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