Geld, Geld, Geld – »Die Welt im Geld« im Historischen Museum

Im Historischen Museum Frankfurt läuft eine neue und aufschlussreiche Ausstellung zum beliebten Thema Geld: »Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte«.
Die Ausstellung passt hervorragend in die Finanzmetropole Frankfurt und versammelt einzelne Objekte – Münzen, Banknoten, Kreditkarten, Kunstwerke – aus unterschiedlichen Zeitaltern. Anhand derer wird eine kleine Weltgeschichte des Geldes dekliniert: Gegenstände, die historische Ereignisse und Zäsuren symbolisieren und so einen roten Faden zu legen scheinen durch die Zeiten, seit denen Geld im Einsatz ist. Und der gewinnorientierte Handel seinen Lauf nahm – unweigerlich verbunden mit Politik und Macht. Über 300 Ausstellungstücke werden gezeigt und schaffen Verbindung vom Damals ins Heute und nach Frankfurt: Unsrer Stadt als historischer Knotenpunkt, als Messeplatz, Handelszentrum und als Finanzstandort mit weltweiten Verbindungen.
Die Ausstellung hat zwölf Themenbereiche u.a. »Wege, Waren, Wissen – Die frühen Verbindungen der Welt«, »Kalkül, Kurse und Kredit – Frankfurt als Finanzplatz«, »Technische Innovationen – globale Beschleunigung«. Sie setzt mit frühmittelalterlichen Diplomatenkontakten zwischen den Karolingern und dem Kalifat von Bagdad an, befasst sich mit kolonialen Handelsbeziehungen und Pandemien und thematisiert aktuellen Themen wie digitale Infrastrukturen und globale Warenströmen. Und stilisiert die finanzgeschichtlichen Objekte und Zahlungsmittel zu Indizien der Weltgeschichte. Aus einer Münze gewissermaßen wird die Welt erklärt! Münzen besitzt das Historische Museum sehr viele, die numismatische Sammlung des Hauses wird auf sehr spannende Weise zum Anlass genommen, durch unsere globale Geldgeschichte zu reisen.
Toll ist, dass dabei nicht nur die Augen und der Intellekt angesprochen werden, sondern die Besucher auch haptisch-sinnlich eingeladen sind, sich mit dem schnöden Mammon zu befassen: Die echten Münzen hinter Glas werden ergänzt von überdimensionalen nachgebildeten Münzabdrücken bzw. 3D-Drucken, die angefasst und bewegt werden dürfen. Das kindliche Urbedürfnis, das heimlich in uns allen weiterlebt, nämlich, dass man im Museum auch mal was in die Hand nehmen darf, kommt voll und ganz auf seine Kosten!
Auch ein Rechentisch mit Aufgaben von Adam Ries höchstpersönlich lädt zum Anfassen ein. Am Bildschirm werden den Besuchern Aufgaben gestellt, die dann am Rechenbrett gelöst werden können. Macht richtig Spaß und ist kniffelig in verschieden Schwierigkeitsstufen! An einem Telegrafen können auf einer LED-Anzeige selbst gemorste Nachrichten verfasst werden, an einer Geruchsstation Handelswaren erraten und deren Lieferketten kritisch hinterfragt werden.
Empfehlenswert ist der Besuch im Rahmen einer Führung, sonst ist es sehr aufwendig, sich in alle Themen einzulesen, zumal die Beleuchtung ziemlich schummrig ist.
Die Schau wird ergänzt von einem vielfältigen Vortrags- und Podiumsprogramm, am 13. August läuft im Rahmen eines Kinoabends der Film »Waterworks of Money«, der hinter die Kulissen der Finanzwelt blickt und zeigt, warum Finanzkonzerne und Big Money heute mächtiger sind als je zuvor.

Laura J Gerlach / Foto: Seidenstraßen, © HMF, Stefanie Koesling
Bis 31. Januar 2027: Di.–So., 11–18 Uhr
www.historisches-museum-frankfurt.de

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