Von 8. bis 14. Juni 2026 veranstaltet die Stadt Frankfurt zum mittlerweile dreizehnten Mal literaTurm. In diesem Jahr widmet sich das kuratierte städtische Literaturfestival der literarischen Verhandlung der DDR und Ostdeutschlands. Auch knapp vierzig Jahre nach der Wende haben die Ost-West-Debatten nicht an Aktualität verloren. Noch heute sind die deutsch-deutschen Gräben und die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern spürbar. Vor den diesjährigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewinnen diese Eindrücke an Brisanz. Auch die Literatur hat ein ungebrochenes Interesse an dem Sujet. So spürt literaTurm als diskursives Festival diesen Phänomenen nach und stellt in Panels Sachbücher und belletristische Werke zum Thema vor. Insgesamt sind 25 Veranstaltungen mit knapp 80 Beteiligten und 51 deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller:innen, Wissenschaftler:innen und Publizist:innen geplant. Auch in 2026 findet literaTurm wieder vornehmlich in oberen Etagen von Frankfurter Hochhäusern statt. Dort stellen Kanzleien und Banken ihre Konferenzräume zur exklusiven Nutzung zur Verfügung. Kooperationsveranstaltungen mit der Romanfabrik, der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, dem Literaturhaus Frankfurt, dem S. Fischer Verlag, dem Kollektiv DiasporaOst, dem Haus am Dom, Kultur & Bahn e. V. und mit Tschechien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 runden das Programm ab.
Zur Eröffnung diskutieren in der Volksbühne die Journalistin Jana Hensel, die Schriftstellerin Ursula Krechel und der Soziologe Steffen Mau. Den Abschluss bildet eine Matinee im Haus am Dom zu Tschechien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 mit den Autor:innen Iva Procházková, Marek Torčík und Uwe Kolbe. Bei weiteren Veranstaltungen und Lesungen nehmen bekannte Gäste wie Christoph Hein, Péter Nádas, Feridun Zaimoglu, Dirk Oschmann, Ingo Schulze, Ilko-Sascha Kowalczuk und viele mehr teil.
Dr. Sonja Vandenrath als Festival- und Programmleiterin: »Jüngst erschienene Romane erzählen von Lebenswegen zu DDR-Zeiten, den Umbruch von 1989/90 und die Folgen der deutschen Wiedervereinigung. Es geht um Prägungen und Brüche, die bis heute nach-wirken. Hier formt sich die Ambivalenz, die Literatur dem medialen Blick entgegensetzt. Die Veranstaltungen von literaTurm 2026 bringen Autor:innen aller Generationen zusammen, die das Thema Ost-West unter verschiedenen Aspekten, vom Stadt-Land-Gefälle bis hin zur Situation von Frauen vor und nach der Wende, diskutieren. Als Diskursfestival bilden Sachbücher und Essays einen integralen Bestandteil des Programms.«
literaTurm 2026: 13. Literaturfestival der Stadt Frankfurt am Main von 8. bis 14. Juni